Neuropsychologische Diagnostik
- Mag. Tanja Muminovic-Rüscher
- 26. Jan. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Nov. 2025
Die neuropsychologische Diagnostik dient der systematischen Untersuchung geistiger und emotionaler Funktionen. Dazu zählen unter anderem:
Gedächtnis und Lernfähigkeit
Aufmerksamkeit und Konzentration
Sprache und Wortfindung
räumliche Wahrnehmung
Problemlösefähigkeit und Denkvermögen
visuelle Fähigkeiten
emotionale Stabilität und Verhalten
Mit wissenschaftlich anerkannten Testverfahren werden individuelle Stärken und Schwächen erfasst sowie mögliche Funktionsstörungen identifiziert, die beispielsweise durch Erkrankungen, Verletzungen oder degenerative Veränderungen des Gehirns verursacht werden können.
Ein wichtiges Ziel der Diagnostik ist die Beurteilung der aktuellen geistigen Leistungsfähigkeit, um etwa demenziellen Erkrankungen frühzeitig vorzubeugen oder deren Verlauf zu beurteilen. Die Ergebnisse sind außerdem Grundlage für die Planung individueller Therapien oder Rehabilitationsmaßnahmen.
Wie läuft eine Untersuchung ab?
Der Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte:
1. Anamnesegespräch
Vor Beginn der Testung findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem:
aktuelle Beschwerden und deren Verlauf,
medizinische Vorgeschichte,
berufliche sowie persönliche Lebenssituationerhoben werden. Gegebenenfalls werden auch Informationen von Angehörigen oder betreuenden Fachpersonen berücksichtigt.
2. Individuell abgestimmtes Testprogramm
Anschließend wird ein auf die Fragestellung zugeschnittenes Testprogramm zusammengestellt. Dieses kann unter anderem folgende Aufgaben umfassen:
Merkfähigkeits- und Gedächtnistests (z. B. Wortlisten merken)
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsaufgaben
sprachliche Aufgaben wie Schreiben oder Benennen
zeichnerische Tätigkeiten oder Aufgaben zur räumlichen Vorstellung
Wissensfragen oder Problemlöseaufgaben
computerbasierte Reaktions- und Verarbeitungsgeschwindigkeitstests
Fragebögen zur Stimmung, Belastung oder psychischen Symptomen
Die reine Testzeit (ohne Gespräch) beträgt in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten, variiert jedoch je nach Fragestellung und individueller Belastbarkeit
Auswertung und Ergebnisinterpretation
Während der Untersuchung werden kognitive Auffälligkeiten wie z. B. Schwierigkeiten beim Erinnern, rasche Ermüdung oder verlangsamtes Denken erfasst. Die Ergebnisse werden anschließend mit alters- und bildungsangepassten Vergleichswerten gesunder Personen verglichen.
So lassen sich Vorliegen, Art und Ausprägung neuropsychologischer Symptome präzise bestimmen. Die Befunde dienen als Grundlage für:
therapeutische Empfehlungen,
medizinische Entscheidungen,
Rehabilitationsplanung,
sowie gegebenenfalls zur Beratung von Angehörigen.



