Neuropsychologische Behandlung
- Mag. Tanja Muminovic-Rüscher
- 26. Jan. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Nov. 2025
Die neuropsychologische Behandlung erfolgt auf Grundlage einer ausführlichen Diagnostik, bei der individuelle Stärken und Schwächen der kognitiven Leistungsfähigkeit erfasst werden. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der gezielt auf die Förderung beeinträchtigter Funktionen und die Stärkung vorhandener Ressourcen ausgerichtet ist.
Ziele der Therapie
Ziel der neuropsychologischen Behandlung ist es, kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Wahrnehmung oder exekutive Funktionen zu verbessern oder Strategien zu entwickeln, um mit bleibenden Einschränkungen im Alltag besser umzugehen. Dadurch soll die Selbstständigkeit, Lebensqualität und berufliche Wiedereingliederung unterstützt werden.
Therapiebausteine
Die Behandlung setzt sich in der Regel aus folgenden Komponenten zusammen:
Funktionstraining: Durch gezielte und oft computergestützte Übungen werden beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten trainiert – etwa Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit, Gedächtnis oder Problemlöseverhalten. Ziel ist die Wiederherstellung oder Verbesserung dieser Funktionen.
Kompensationstherapie: Hierbei werden individuelle Strategien und Hilfsmittel vermittelt, um Defizite im Alltag auszugleichen – etwa durch strukturierende Routinen, Gedächtnishilfen (z. B. Kalender, Apps, Notizsysteme) oder Anpassungen der häuslichen und beruflichen Umgebung.
Psychoedukation und Beratung: Patient:innen und Angehörige erhalten Informationen über die Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten neuropsychologischer Störungen. Dies hilft, ein besseres Krankheitsverständnis zu entwickeln und den Umgang mit Veränderungen zu erleichtern.
Ablauf und Dauer
Die Therapie erfolgt üblicherweise über mehrere Wochen bis Monate, in regelmäßigen Sitzungen (z. B. ein- bis zweimal wöchentlich). Die genaue Dauer richtet sich nach dem individuellen Befund, den Therapiezielen und dem Genesungsverlauf.
Für wen ist die neuropsychologische Behandlung geeignet?
Die Behandlung richtet sich an Personen, die aufgrund neurologischer Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns kognitive, emotionale oder verhaltensbezogene Veränderungen erfahren. Dazu zählen unter anderem:
Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
Demenz oder leichte kognitive Störungen
Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie
Long Covid oder chronische Erschöpfungssyndrome
psychische Belastungsfolgen mit kognitiven Beschwerden (z. B. Burnout, Depression)
Auch Menschen ohne akute Erkrankung, die kognitive Veränderungen bemerken oder ihre geistige Leistungsfähigkeit erhalten möchten, können von einer Beratung oder einem Training profitieren.
Zusammenarbeit und Einbindung von Angehörigen
Je nach Fragestellung kann es sinnvoll sein, Angehörige in den Prozess einzubeziehen, um den Umgang im Alltag zu erleichtern oder Unterstützungsmaßnahmen gemeinsam zu planen. Bei Bedarf erfolgt eine interdisziplinäre Kooperation mit Neurolog:innen, Psychiater:innen, Ergotherapeut:innen oder anderen Fachbereichen.
Therapieerfolg und Abschluss
Der Fortschritt hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Ausmaß der Beeinträchtigung, dem Therapieverlauf und der aktiven Mitarbeit. Häufig zeigen sich bereits innerhalb weniger Wochen spürbare Verbesserungen im Alltag.
Am Ende der Behandlung findet ein Abschlussgespräch statt, in dem die Ergebnisse besprochen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen gegeben werden.
Zugang und Kostenträger
Die neuropsychologische Therapie kann in vielen Fällen nach ärztlicher Überweisung (z. B. durch Neurologie oder Psychiatrie) erfolgen. Je nach Versicherungsstatus sind Kostenzuschüsse durch Krankenkassen möglich. Gerne informiere ich Sie im Rahmen eines Erstgesprächs über die individuellen Möglichkeiten.


